Löschdecken

Brandheißes Thema –

Wie gefährlich oder nützlich sind Brandschutzdecken 

Beim Entstehen eines Feuers ist schnelles Eingreifen gefragt. Das passende Löschmittel sollte griffbereit sein. „Löschdecken“, also Brandschutzdecken, werden gerade für den Haushalt und die Küche empfohlen. Allerdings muss dieser Rat differenziert betrachtet werden, wie Ihnen dieser Beitrag zeigt.

Löschdecken sind ein mögliches Mittel zur Brandbekämpfung, besonders um Entstehungsbrände in der Küche zu löschen: Wird Öl in der Pfanne zu heiß, kann es sich selbst entzünden. Ein gefährlicher Fettbrand entsteht, der jetzt bloß nicht mit Wasser abgelöscht werden sollte – denn dies führt zu einer Stichflamme! Fachleute geben oftmals den Rat, in solchen Situationen eine Löschdecke einzusetzen. Sie soll dem Feuer den Sauerstoff nehmen und es ersticken. Feuerlöscher für die Küche, #brennendes Öl, #überhitztes Fett, #Feuer in Küche löschen

Tests haben jedoch gezeigt, dass eine Löschdecke für die meisten Fettbrände ungeeignet ist. Das hat selbst Experten überrascht. Oft brennt die Decke selbst durch, das Feuer wird nicht richtig abgedeckt oder es lodert wieder auf, sobald die Decke vom Brandherd entfernt wird.

Die Stiftung Warentest hat Löschdecken auf Tauglichkeit getestet. Dabei sind fast alle getesteten Decken durchgefallen. Besonders Fettbrände ließen sich nicht zuverlässig eindämmen. Einige Feuerwehren haben ebenfalls Feuerlöschdecken getestet und sind in den meisten Fällen zu gleichen Ergebnissen gelangt.

Als Beispiel dient ein YouTube-Video unter diesem Beitrag. In dem Video ist zu sehen, wie ein Feuerwehrmann eine Löschdecke auf einen Fettbrand wirft – und die eingesetzte Löschdecke versagt.

Dabei sind die Markenprodukte unter den Brandschutzdecken durchaus hochwertige Produkte. Aus folgenden Gründen kann auch die beste Löschdecke für einen Fettbrand ungeeignet sein:

  • Der Brand ist bereits zu groß, die Decke kann ihn nicht vollständig umfangen,
  • die Temperatur des Fettes ist zu hoch, seine Menge zu groß, die Decke brennt durch,
  • es kommt zu Anwendungsfehlern, z.B. wird die Löschdecke selbst in das Fett getaucht und beginnt außen zu brennen.

Besonders Laien können nur schwer abschätzen, ob eine Löschdecke für einen bestimmten Fettbrand geeignet ist oder nicht. Es wird daher empfohlen, speziell für Fettbrände besser einen Feuerlöscher griffbereit aufzubewahren. Dieser muss für die Brandklasse F zugelassen sein: Dann enthält er ein hoch effektives Löschmittel, mit dem küchenübliche Fettbrände gelöscht werden können (unter diesem Link finden Sie ein solches Beispielprodukt).

Gänzlich ungeeignet sind Löschdecken jedoch nicht. Bei Kleinbränden, zum Beispiel wenn der Adventskranz in Brand gerät, ist eine Decke geeignet. Auch bei anderen Kleinstbränden kann die Decke einen guten Schutz bieten. Und sie hat auch ihre Vorteile:

  • Anders als Feuerlöscher muss die Decke nicht erst „scharf gemacht“ werden. Hier gibt es keinen Splint zu ziehen oder einen Hebel zu drücken. Gerade in Paniksituationen ein echter Vorteil!
  • Es kommt kein Schaum oder Wasser auf bislang unversehrte Teil der Inneneinrichtung.
  • Die Decke ist lange haltbar und muss nicht gewartet werden.

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Kurzum: Die Mischung der Brandschutzmittel macht’s.

Der beste Brandschutz ist noch immer eine gute Mischung. Rüsten Sie sich für alle Fälle:

  • Rauchmelder anbringen (und regelmäßig warten) zur schnellen Entdeckung eines Brandes.
  • Feuerlöschspray und Feuerlöschdecke dezentral für Entstehungsbrände positionieren,
  • Feuerlöscher zentral bereitstellen gegen wachsende Brände bevorraten.

Und ganz wichtig:

Offenes Feuer und Gefahrenquellen nie unbeaufsichtigt lassen. Feuerzeug und Streichholz sind kein Kinderspielzeug.

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